Viel diskutiert – ein heisses Eisen …

6 Fragen zum Taunerhaus

6 Fragen zum Taunerhaus

Das Thema “Taunerhaus” ist derzeit ein heisses ‘Eisen’ in Reinach. Viel ist in der Vergangenheit schon geschehen und diskutiert worden. Nun steht am 21. Juni die finale Abstimmung an.

In den lokalen Medien wird bereits wieder heftig debattiert und argumentiert. Ein wirklicher Vergleich von Argumenten und Facts ist für den Stimmbürger nicht einfach. Es sei denn er/sie ist eingeweiht.

Beide Seiten engagieren sich mit viel Herzblut. Das ist zu würdigen – egal welche Position vertreten wird!

Im Weblog-Beitrag “Informationen & Links” versuche ich, möglichst viele Informationen zu sammeln – ohne zu werten oder zu kommentieren. Es ist als Ergänzung zu den in den nächsten Tagen versandten Abstimmungsunterlagen gedacht. Auch Sie sind herzlich dazu eingeladen, weitere Informationen beizusteuern: 

6 Fragen zum Thema Taunerhaus:

Ich möchte den beiden Parteien je 6 Fragen zum Thema Taunerhaus stellen.

Herr Adrian Billerbeck (Präsident des Referndumskomitee) und Yvan Jeker (Präsident Pro Taunerhaus) haben beide die selben Fragen per e-Mail erhalten. Ihre Antworten werden in unveränderter Form an dieser Stelle publiziert.

Frage 1:

Pro – Nennen Sie 5 Argumente, die für einen Erhalt des Taunerhauses sprechen
Kontra – Nennen Sie 5 Argumente, die für einen Abriss des Taunerhauses sprechen

Antworten Frage 1:
Yvan Jeker:

  • Den Reinachern bleibt an Ort und Stelle ein 400jähriger Zeitzeuge erhalten, ohne dass der Steuerzahler für die Renovationskosten aufkommen muss.
  • Die Stiftung für Baselbieter Baukultur hat die nötigen Gelder aus Spenden und zinslosen Darlehen sichergestellt.
  • Alt und Neu vertragen sich gut und werden in einer faszinierenden wie auch bereichernden Wechselbeziehung zueinander stehen. Das Taunerhaus bringt Abwechslung und Fantasie in unser Flachdach-Stadtbild.
  • Bis 1980 war das Haus bewohnt. Was spricht dagegen, es heute wieder zu renovieren und bewohnbar zu machen?
  • „Im Kanton Basel-Landschaft ist ein solches Objekt als Seltenheit zu bezeichnen.“  Zitat Bauernhausforschung BL.
  • Stop der Zerstörungswut. In Reinach mussten schon zu viele Objekte der Spitzhake zum Opfer fallen. Schützen wir das, was wir noch haben, damit wir uns nicht  die Frage gefallen lassen müssen: Wo ist der schöne Dorfkern geblieben?

Adrian Billerbeck:

  • Das neue von der Gemeinde forcierte Wohnquartier wird durch das Taunerhaus eingeengt. Es hat wenig Platz zwischen den Gebäuden und man muss darum herumbauen was Sicherungsmassnahmen des Taunerhauses zur Folge hat und die ganze Sache verkompliziert.
  • Die Erschliessung der für das Quartier vorgesehenen Autoeinstellhalle wird aufwendiger und teurer.
  • Eine Verbreiterung der Brunngasse zugunsten der gewünschten und auch geforderten Trottoirs ist durch die prominente Lage des Taunerhauses nicht möglich.
  • Die Möglichkeit eines Rückfalls an die Gemeinde ist auf Grund von höheren Sanierungskosten, was bei solchen Objekten der Fall sein kann, gross.
  • Die Gemeinde zahlt beim Taunerhaus drauf indem sie auf den Baurechtszins verzichtet. Zudem hat man der Stiftung unnötigerweise CHF 60’000.- zugesprochen.

Frage 2:

Pro – Nennen Sie 3 Argumente, die für einen Abriss des Taunerhauses sprechen
Kontra – Nennen Sie 3 Argumente, die für einen Erhalt des Taunerhauses sprechen

Antworten Frage 2:
Yvan Jeker:

  • Für den Abbruch gibt es für mich keine wirklichen Argumente.
  • „Wärst Du im fernen Oberland, hätt‘ Reinach längst Dir Geld gesandt.“

Adrian Billerbeck:

  • Aus den bei Frage 1 genannten Gründen für einen Abbruch ist vieleicht zu erkennen, dass es nicht einfach ist, hier noch 3 Gründe für den Erhalt zu nennen. Ich bin aber der Meinung, dass die Argumente der Pro- Seite auf Grund einer anderen Sichtweise und Vorstellung über das Thema nachvollziehbar sind. Aus diesem Grund ergeben sich auch solche Diskussionen. Dies gilt es auch zu respektieren.

Frage 3:

Was verbindet Sie persönlich mit dem Taunerhaus?

Antwort Frage 3:
Yvan Jeker:

  • Ich bin beeindruckt, wie einfach das Haus eingerichtet ist / war und dennoch das Notwendigste zum Leben vorhanden war.
  • Die Einfachheit des Hauses widerspiegelt das karge Leben von damals.

Adrian Billerbeck:

  • Persönlich nicht viel. Es erinnert mich aber daran, dass das Taunerhaus schon während meiner Schulzeit in einem schlechten Zustand war und man damals schon von einer „Bruchbude“ gesprochen hatte.

Frage 4:

Welches sind die Beweggründe für Ihr Engagement für resp. gegen das Taunerhaus?

Antwort Frage 4:

Yvan Jeker:

  • Das Taunerhaus zeigt eindrücklich, wo und wie unsere Vorfahren vor rund 400 Jahren bis in unsere Tage gewohnt und gelebt haben.
  • „Es war einmal …“ nicht aus dem Geschichtsbuch, sondern vor Ort erleben zu dürfen.
  • Grosse und kleine Spendeneingänge, die uns zum Teil von ausserhalb Reinachs erreichen, zeugen vom grossen Interesse von kulturinteressierten Menschen am Taunerhaus. Zugleich unterstreichen sie damit die Bedeutung von dessen Erhalt.

Adrian Billerbeck:

  • Man möchte mit dem Taunerquartier ein Wohnquartier im Dorfzentrum schaffen, welches den heutigen Ansprüchen entspricht. Dies kann ich voll und ganz unterstützen. Ich habe auch nichts gegen alte Häuser, aber ich bin der Meinung, dass wir hier nicht um jeden Preis ein solch baufälliges Haus, welches auch nicht als schützenswert eingestuft wird, erhalten müssen und dadurch die Planung und Ausführung eines neuen Wohnquartiers für zukünftige Investoren erschweren, verteuern und einengen.

Frage 5:

Könnten Sie sich vorstellen, in einem renovierten Taunerhaus zu leben? Falls Ja – warum? Falls Nein – warum nicht?

Antwort Frage 5:

Yvan Jeker:

  • Ja sicher.
  • Idyllisch, einfach, weg vom Luxus, hin zur Bescheidenheit.

Adrian Billerbeck:

  • Nein. Die Räume sind sehr niedrig und die Fenster lassen nicht gerade viel Licht in die Räume. Der natürliche Lichteinfall wird durch die unmittelbare Nachbarschaft der neuen 2 bis 4- geschossigen Wohnbauten zusätzlich erschwert. Kommt hinzu, dass das Taunerhaus inmitten des neuen Quartiers doch eher wie ein Gartenhäuschen wirkt. Weiter hätte ich doch gerne etwas mehr als den minimalen Standart um richtig wohnen zu können. Ich bin mir aber sicher, dass es da Liebhaber gibt, welche in einem solchen Gebäude wohnen möchten.

Frage 6:

Könnten Sie sich das Taunerhaus als Museumsstück auf dem Ballenberg vorstellen (z.B. neben dem Therwiler-Haus)?Falls Ja – warum? Falls Nein – warum nicht?

Antwort Frage 6:

Yvan Jeker:

Ja, aber ….

  • … der Ballenberg ist nur die zweitbeste Lösung.
  • … warum soll Geschichte nur an einem zentralen Ort gezeigt werden? Besser ist es sie dort zu zeigen, wo sie entstanden ist.
  • …Tauner konnten ihre Häuser nicht irgendwo bauen, sondern am Rande des Dorfes oft beim Etter, der einstigen Einzäunung des Dorfes. Die Brunngasse 10 erinnert daran, wo der Etter einst durchging. Auch dieser Etter ist ein Zeitzeuge.
  • … in Schulstunden könnte Reinachergeschichte auf einem Spaziergang erfahren werden. Auf dem Ballenberg würde das Ganze zu einem Tagesausflug.

Adrian Billerbeck:

  • Ich kenne die Voraussetzungen nicht um ein Haus auf dem Ballenberg als Museumsstück zu zeigen. Das Therwilerhaus ist ein prächtiges Bauernhaus aus dem Jahre 1675 und wurde im Gegensatz zu anderen Häusern des Dorfes Therwil zu grossen Teilen aus Stein gebaut. Man kann sich vieles vorstellen, aber ich bin mir nicht sicher, ob ein als nicht schützenswertes eingestuftes Haus, welches 5 Bauphasen hinter sich hat und seinen originalen Charakter dadurch sehrwahrscheinlich verloren hat, auf dem Ballenberg als Museumsstück ausgestellt werden würde. Da haben andere Häuser aus der Region sehrwahrscheinlich bessere Chancen.

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Nicht nur die beiden Parteien “Pro & Kontra” sind eingeladen die Fragen zu beantworten, auch die Leserinnen und Leser des Reinachblog.ch können die Fragen mittels Kommentar (oder via e-Mail beantworten)

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Antworten zu den 6 Fragen

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Bemerkung: Um die Antworten “via e-Mail” anschauen zu können, benötigen Sie den Acrobat Reader (WindowsMac)

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